| |
8 Punkte zum Umgang mit trauernden
Kindern:
1. Wenn ein Kind einen Verlust erlitten hat und trauert,
braucht es eine liebevolle Begleitung, auch wenn es sich vielleicht dir
zuliebe tapfer und unberührt zeigt. Wenn du selbst von diesem Verlust
betroffen bist und trauerst, dann laß diese Gefühle ruhig zu und
versuche einen Weg für euch zu finden, der eine gemeinsame Trauer
möglich macht.
2. Beantworte einem Kind alle Fragen nach dem Tod,
ohne auszuweichen oder etwas zu beschönigen. Alles andere ist nicht mehr
als eine gutgemeinte Täuschung, die das Kind irritiert und seinen
Trauerprozeß behindern kann. Gebrauche einfache, aber
unmißverständliche Formulierungen, die für ein Kind
verständlich und nachvollziehbar sind. Biete ihm nicht eine Verherrlichung
des Todes an, um es trösten zu wollen, zum Beispiel: „Opa ist jetzt
im Himmel und hat es dort viel besser als wir.“ Es könnte sonst eine
„Jenseitssehnsucht“ entwickeln, die sich sehr stark lebensbehindernd
auswirkt.
3. Wenn es sich um einen Verlust durch Todesfall handelt, sollte
ein Kind selbst entscheiden dürfen, ob und in welcher Form es
sich an den Trauerfeierlichkeiten beteiligen möchte. Eine
unmittelbare Konfrontation mit dem Toten und den entsprechenden Riten kann auch
bei kleinen Kindern das ungehinderte Fließen der Trauergefühle
einleiten oder unterstützen. Aber auch ein selbstgestaltetes Ritual kann
den Abschied bewußt werden lassen und den Ablauf eines heilsamen
Trauerprozesses erleichtern.
4. Wenn es sich um einen Verlust, zum Beispiel durch Scheidung
der Eltern handelt, dann gib dem Kind die Gelegenheit sich von der
„heilen Wunschfamilie“ oder dem „Wunsch-
elternteil“, der immer dageblieben wäre, rituell zu
verabschieden. Diese Möglichkeit der Klärung einer Situation
kannst du auch anwenden, wenn beispielsweise eine schwere Erkrankung oder
Behinderung in der Familie oder im Freundeskreis auftritt (Abschied von der
gesunden „Wunschschwester“, dem „Wunschbruder“ oder
„Wunschfreunden“ und so weiter). Eine solche Differenzierung
zwischen Phantasie und Realität erleichtert den Abschied von
Nichtexistentem und damit die Anerkennung und den unbelasteten Umgang mit einer
neuen Situation.
5. Bestärke ein Kind im Zulassen all seiner
Gefühle, und ermutige es, diese auch zu zeigen. Versuche,
ihm das Vertrauen zu vermitteln, daß es in deinem Arm immer und
uneingeschränkt weinen darf, wenn ihm danach ist. Wenn du deine eigenen
Träume annimmst und wertschätzen lernst, wirst du einem Kind dieses
Vertrauen eher geben können, denn seine Angst, dich mit seinem Tränen
an den Verlust zu erinnern, kann dann überflüssig werden. ( ich darf
auch weinen- Vorbildwirkung!!!)
6. Erlaube ihm auch ausdrücklich alle sogenannten
negativen Gefühle wie Haß, Wut, oder Schuldgefühle. Sie
gehören zu jedem Trauerprozeß und müssen ausgedrückt
werden, weil sie sonst die Seele und das Herz eines Kindes
vergiften.
7. Gib dem Kind nicht nur die Möglichkeit zu
Gesprächen, sondern ermutige es auch, seine Gefühle auf
unterschiedliche Art auszudrücken, zum Beispiel auch durch Male,
Schreiben oder Musizieren, und sei gewiß, daß jeder kreative
Ausdruck heilsam ist. (Tagebuch, Kleine Welt, Plastilin
Schulkd.)
8. Der größte Gefallen, den du einem trauernden Kind
tun kannst, ist jedoch der Versuch, dich deiner eigenen Trauer zu
stellen. Wenn du dich deiner Trauer, deinen Tränen und Ängsten
nicht verschließt, sondern sie offen zeigst, kannst du einem Kind ein
lebenswichtiges Vorbild sein und glaubhaft vermitteln, daß Trauer und
Freude zusammengehören und daß auch ein „abschiedliches“
Leben sinnvoll und lebensfroh gelebt werden kann.
|
| |
|
|